Kapitel 01
Kosten 2026 im Überblick: alle Systeme auf einen Blick
Die Kosten einer neuen Heizungsanlage setzen sich aus drei Blöcken zusammen: dem Gerät samt Zubehör, dem Einbau durch den Fachbetrieb und den Arbeiten am Umfeld, also etwa Demontage der Altanlage, Abgasweg, Speicher und Anpassungen am Rohrnetz. Wer nur den Gerätepreis aus dem Internet kennt, unterschätzt das Projekt deshalb fast immer. Die folgende Tabelle zeigt realistische Gesamtspannen für ein Einfamilienhaus, jeweils inklusive Einbau.
| Heizsystem | Kosten inkl. Einbau | Staatliche Förderung | Tendenz Betriebskosten |
|---|---|---|---|
| Gas-Brennwertheizung | 8.000 bis 14.000 € | keine | steigend durch CO2-Preis |
| Öl-Brennwertheizung | 9.000 bis 15.000 € | keine | steigend durch CO2-Preis |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 25.000 bis 40.000 € | bis zu 70 % | niedrig bis mittel, je nach Gebäude |
| Hybridheizung (Gas plus Wärmepumpe) | 20.000 bis 35.000 € | anteilig, nur für den erneuerbaren Teil | mittel |
| Pelletheizung | 25.000 bis 40.000 € | bis zu 70 % | mittel, Brennstoffpreis schwankt |
Richtwerte für ein Einfamilienhaus, Stand Juni 2026, vor Abzug der Förderung. Je nach Gebäude, Gerät und Aufwand kann Ihr Projekt darunter oder darüber liegen.
Auffällig: Die Reihenfolge der Anschaffungspreise ist nicht die Reihenfolge der echten Kosten. Eine Gasheizung ist beim Kauf am günstigsten, bekommt aber keinen Zuschuss und wird im Betrieb durch den CO2-Preis Jahr für Jahr teurer. Bei der Wärmepumpe ist es umgekehrt: höherer Einstiegspreis, aber bis zu 70 % Förderung und meist günstigere Verbrauchskosten. Wie sich das konkret rechnet, zeigt die Beispielrechnung in Kapitel 5.
Warum wir nur Spannen nennen
Kein seriöser Betrieb kann Ihnen ohne Blick ins Haus einen Preis auf den Euro genau nennen. Heizlast, Heizflächen, Rohrnetz und Aufstellort entscheiden über mehrere tausend Euro Unterschied. Alle Zahlen in diesem Beitrag sind deshalb Richtwerte. Den verbindlichen Preis gibt es bei uns nach dem Vor-Ort-Termin, als Festpreis mit allen Posten einzeln aufgeschlüsselt.
Nur tauschen oder gleich modernisieren?
Hinter der Frage, was es kostet, die Heizung zu tauschen, stecken in der Praxis zwei verschiedene Projekte. Das erste ist der reine Kesseltausch: gleiches System, neues Gerät, etwa Gastherme gegen Gastherme. Das ist der untere Rand der Tabelle, schnell erledigt und planbar. Das zweite Projekt ist der Systemwechsel, also der Umstieg von Öl oder Gas auf erneuerbare Wärme. Hier kommen Umfeldarbeiten dazu, dafür greifen Förderung und niedrigere Verbrauchskosten.
Unsere Empfehlung aus vielen Erstgesprächen: Entscheiden Sie diese Grundsatzfrage zuerst, dann erst die Marke und das Modell. Wer beim Vergleich ein Kesseltausch-Angebot neben ein Systemwechsel-Angebot legt, vergleicht zwei verschiedene Projekte und wundert sich über die Differenz. Erst mit der Förderung und den Betriebskosten daneben wird daraus ein fairer Vergleich. Genau so bauen wir diesen Beitrag deshalb auf.
Kapitel 02
Die Systeme im Detail: was hinter den Spannen steckt
Wärmepumpe: 25.000 bis 40.000 €, minus bis zu 21.000 € Förderung
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist beim Heizungstausch im Einfamilienhaus inzwischen der Standardfall. Die große Spanne erklärt sich über Gerätegröße, Aufstellsituation und die Frage, wie viel am Heizsystem angepasst werden muss. Entscheidend ist hier die Förderung: Sie drückt den Eigenanteil meist auf 10.000 bis 25.000 €, im besten Fall bis auf das Niveau einer neuen Gasheizung. Da die Wärmepumpen-Kosten ein eigenes Thema mit vielen Stellschrauben sind, haben wir ihnen einen eigenen Beitrag gewidmet: Wärmepumpe: Kosten 2026 im Überblick. Hier rechnen wir mit der groben Spanne weiter.
Gas-Brennwertheizung: 8.000 bis 14.000 €
Der Tausch einer alten Gastherme gegen ein modernes Brennwertgerät ist handwerklich überschaubar: Gerät, Anschlüsse, Abgasleitung, hydraulischer Abgleich, fertig. Im Preis stecken meist auch die Anpassung des Abgaswegs (500 bis 2.000 €) und die Entsorgung des Altgeräts. Wichtig fürs Budget: keine Förderung, steigende CO2-Kosten und, je nach Wärmeplanung Ihrer Kommune, mögliche spätere Auflagen. Eine neue Gasheizung will 15 bis 20 Jahre laufen. Diese Frist sollten Sie gedanklich gegen die Entwicklung der Gaspreise halten.
Öl-Brennwertheizung: 9.000 bis 15.000 €
Wer heute noch mit Öl heizt, fragt oft zuerst nach einem neuen Ölkessel, weil Tank und Leitungen ja schon da sind. Rein technisch kostet der Tausch etwa 9.000 bis 15.000 €. Dazu kommen aber häufig Posten, die gern vergessen werden: Tankprüfung, gegebenenfalls Tanksanierung, und perspektivisch der CO2-Preis, der Heizöl genauso trifft wie Gas. Ob ein reiner Ölkessel in Ihrem Fall überhaupt noch zulässig ist, hängt vom Heizungsgesetz und Ihrer Kommune ab. Unsere ehrliche Einschätzung: In den meisten Häusern, die wir sehen, ist der Wechsel von Öl auf die geförderte Wärmepumpe die rechnerisch bessere Entscheidung. Genau dafür gibt es den Klimageschwindigkeits-Bonus.
Hybridheizung: 20.000 bis 35.000 €
Die Kombination aus Wärmepumpe und Gaskessel deckt den Großteil des Jahres elektrisch ab und schaltet den Brenner nur an sehr kalten Tagen zu. Das kann in Häusern sinnvoll sein, die hohe Vorlauftemperaturen brauchen und bei denen eine Sanierung erst später ansteht. Sie bezahlen allerdings zwei Wärmeerzeuger, zwei Wartungen und bekommen die Förderung nur auf den erneuerbaren Teil. Unser Rat: Hybrid nicht als Kompromiss aus Unsicherheit wählen, sondern nur, wenn die Heizlastberechnung dafür spricht.
Pelletheizung: 25.000 bis 40.000 €
Heizen mit Holzpellets bleibt eine Option für Häuser mit hohem Wärmebedarf und Platz: Sie brauchen einen Lagerraum für die Pellets und etwas mehr Technik im Heizraum, daher der höhere Preis. Dafür ist auch hier Förderung von bis zu 70 % möglich. In der Praxis entscheiden meist Platzangebot und persönliche Vorliebe, ob es Pellets oder Wärmepumpe wird.

Kapitel 03
Die 7 größten Kostentreiber beim Heizungstausch
Warum kostet die gleiche Heizung im einen Haus 9.000 € und im Nachbarhaus 14.000 €? Fast immer liegt es an einem dieser sieben Punkte. Wer sie kennt, liest Angebote deutlich souveräner.
1. Wärmebedarf und Gebäudezustand
Die Heizlast bestimmt die Gerätegröße, und die Gerätegröße den Preis. Ein gedämmtes Haus aus den 2000ern braucht eine deutlich kleinere Anlage als ein unsanierter Altbau gleicher Größe. Deshalb steht am Anfang jedes seriösen Angebots eine Heizlastberechnung und keine Schätzung nach Wohnfläche.
2. Heizflächen und Vorlauftemperatur
Große Heizkörper oder eine Fußbodenheizung kommen mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus, kleine alte Heizkörper brauchen hohe. Das entscheidet mit, welches System passt und ob einzelne Heizkörper getauscht werden sollten. Jeder zusätzliche Heizkörpertausch schlägt mit einigen hundert Euro pro Stück zu Buche.
3. Warmwasser
Zentrale Warmwasserbereitung braucht einen Speicher, und dessen Größe richtet sich nach Haushalt und Komfortanspruch. Ein neuer Warmwasser- oder Pufferspeicher liegt je nach Größe grob bei 1.000 bis 3.000 € inklusive Einbau. Läuft Ihr Warmwasser bisher über einen alten Speicher, ist der Tausch im Zuge des Heizungstauschs meist sinnvoll.
4. Rohrnetz und Abgasweg
Verkalkte oder ungedämmte Leitungen, ein Schornstein, der für Brennwerttechnik angepasst werden muss, alte Ventile: Solche Posten sieht man erst vor Ort. Sie sind selten dramatisch, aber sie erklären einen Teil der Spannen in den Tabellen oben.
5. Aufstellort und Platz
Enger Keller, lange Wege, schwieriger Zugang: Der Arbeitsaufwand beim Einbau hängt stark davon ab, wie gut die Technik erreichbar ist. Bei Wärmepumpen kommt die Außeneinheit dazu, deren Fundament und Anbindung ans Haus ebenfalls Geld kosten.
6. Umfeldmaßnahmen
Hydraulischer Abgleich, neue Pumpen, Thermostatventile, Dämmung der Rohrleitungen: Diese Maßnahmen verbessern die Effizienz jeder neuen Heizung und gehören in ein vollständiges Angebot. Gut zu wissen: Beim geförderten Heizungstausch zählen nötige Umfeldmaßnahmen zu den förderfähigen Kosten.
7. Gerätewahl und Marke
Zwischen Einstiegs- und Premiumgerät liegen schnell mehrere tausend Euro. Wir arbeiten mit Geräten von Vaillant, Bosch, Viessmann, Buderus und Co. und empfehlen das Gerät, das zur Anlage passt, nicht das mit der größten Marge. Entscheidend sind Effizienz, Lautstärke, Ersatzteilversorgung und der Service hinter der Marke.
8. Der Zeitpunkt: geplant oder im Notfall
Ein oft unterschätzter Kostenfaktor ist die Frage, wann getauscht wird. Fällt die alte Anlage mitten im Winter aus, zählt jede Stunde: Dann wird das Gerät eingebaut, das kurzfristig lieferbar ist, ohne Vergleichsangebote und ohne in Ruhe geprüfte Förderung. Wer den Tausch dagegen plant, solange die Heizung noch läuft, kann Systeme vergleichen, die Förderung sauber einrechnen und den Einbau in die warme Jahreszeit legen, wenn der Ausfall der Heizung kaum auffällt. Gleiche Anlage, gleicher Aufwand, aber deutlich bessere Verhandlungsposition. Unser Rat: Ist der Kessel älter als 20 Jahre, holen Sie sich ein Angebot ein, bevor er Sie dazu zwingt.
Kapitel 04
Demontage und Entsorgung: was die Altanlage kostet
Die alte Heizung verschwindet nicht von allein. Demontage, Abtransport und ordnungsgemäße Entsorgung sind eigene Arbeitsschritte, die in manchen Angeboten fehlen und dann später als Überraschung auftauchen. Zur Orientierung:
| Posten | Richtwert |
|---|---|
| Demontage und Entsorgung Gas- oder Ölkessel | 500 bis 1.500 € |
| Öltank im Keller: Reinigung und Demontage | 1.000 bis 3.000 € |
| Erdtank: Reinigung und Stilllegung | 2.000 bis 5.000 € |
| Abgasleitung für Brennwerttechnik anpassen | 500 bis 2.000 € |
Richtwerte inklusive Arbeitszeit, Stand Juni 2026. Der tatsächliche Aufwand zeigt sich beim Vor-Ort-Termin, bei Öltanks etwa an Größe, Material und Zugänglichkeit.
Besonders beim Abschied von der Ölheizung lohnt der genaue Blick: Ein Kellertank aus Kunststoff ist schneller zerlegt als ein verschweißter Stahltank, und ein Erdtank im Garten muss fachgerecht gereinigt und stillgelegt werden. Bei uns gehören Demontage und Entsorgung der Altanlage zum Festpreis des Heizungstauschs, Öltank-Themen sprechen wir vorher klar ab. So wissen Sie vor dem ersten Handgriff, was der komplette Wechsel kostet.
Zeitlich passiert die Demontage übrigens nicht Wochen vor dem Einbau, sondern im selben Zug: Altgerät raus, Anschlüsse vorbereiten, neues Gerät rein. So bleibt das Haus höchstens kurz ohne Heizung und warmes Wasser. Wer den Tausch in die warme Jahreszeit legt, nimmt sich zusätzlich den Zeitdruck, den ein Ausfall im Januar erzeugen würde. Auch das ist am Ende ein Kostenfaktor: Wer in Ruhe vergleichen kann, verhandelt besser als mit kaltem Haus im Rücken.
Kapitel 05
Beispielrechnung: Heizungstausch mit Förderung durchgerechnet
Jetzt wird es konkret. Unser Rechenbeispiel: ein typisches Einfamilienhaus, bisher mit altem Ölkessel beheizt, künftig mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Gesamtkosten inklusive Einbau, Demontage der Altanlage und Umfeldmaßnahmen: 32.000 €. Förderfähig sind davon maximal 30.000 €, denn dort liegt der Deckel für die erste Wohneinheit. Auf diese 30.000 € rechnet die Förderung ihre Prozentsätze:
Warum 32.000 €? In dieser Summe stecken alle Posten, die ein vollständiges Angebot ausmacht: das Gerät mit Speicher und Regelung, die Montage, die Demontage des Ölkessels samt Tank, der hydraulische Abgleich und die elektrische Anbindung. Wir rechnen bewusst nicht mit dem günstigsten denkbaren Fall, sondern mit einem realistischen Projekt aus der Mitte unserer Angebotspraxis. Liegt Ihr Haus einfacher, wird es günstiger, und die Förderprozente bleiben dieselben.
| Förderbaustein | Satz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Tausch zu erneuerbarer Wärme, zum Beispiel zur Wärmepumpe |
| Klimageschwindigkeits-Bonus | 20 % | Austausch einer alten Öl-, Kohle- oder Gasheizung |
| Einkommens-Bonus | 30 % | bis 40.000 € zu versteuerndes Haushaltseinkommen |
| Effizienz-Bonus | 5 % | besonders effiziente Wärmepumpen |
Die Boni sind kombinierbar, gedeckelt bei 70 % von maximal 30.000 € förderfähigen Kosten. Mehr als 21.000 € Zuschuss sind damit nicht möglich.
Was heißt das für unser Beispielhaus? Der Klimageschwindigkeits-Bonus greift hier auf jeden Fall, denn ein alter Ölkessel wird ersetzt. Damit ergeben sich drei realistische Szenarien:
| Szenario | Fördersatz | Zuschuss | Ihr Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Grundförderung plus Klima-Bonus | 50 % | 15.000 € | 17.000 € |
| zusätzlich Effizienz-Bonus | 55 % | 16.500 € | 15.500 € |
| zusätzlich Einkommens-Bonus (Deckel greift) | 70 % | 21.000 € | 11.000 € |
Rechenbeispiel mit 32.000 € Gesamtkosten, davon 30.000 € förderfähig. Welche Boni bei Ihnen greifen, hängt von Altanlage, Haushaltseinkommen und Gerät ab.
Lesen Sie die letzte Spalte ruhig zweimal: Selbst im Basisszenario bleibt vom 32.000-€-Projekt ein Eigenanteil von 17.000 €. Greift der Einkommens-Bonus, sind es 11.000 €. Zum Vergleich: Eine neue Gasheizung hätte in diesem Haus etwa 12.000 € gekostet, ohne einen Cent Zuschuss und mit steigenden Brennstoffkosten obendrauf. Die Förderung dreht die Preisfrage also komplett.
Der Antrag gehört vor den Einbau
Die Förderung wird vor Beginn der Arbeiten beantragt, sonst verfällt der Anspruch. Wir takten Angebot, Antrag und Einbautermin deshalb als ein Paket und weisen den Zuschuss im Angebot als eigenen Posten aus. Alle Details und den Ablauf finden Sie auf unserer Förderungs-Seite.
Kapitel 06
Heizungsgesetz: was es für Ihre Kosten bedeutet
Kaum ein Thema verunsichert beim Heizungstausch so sehr wie das Heizungsgesetz. Die gute Nachricht zuerst: Funktionierende Heizungen dürfen weiterlaufen und repariert werden. Niemand muss eine laufende Anlage sofort ausbauen. Pflichten entstehen schrittweise, vor allem dann, wenn ohnehin eine neue Heizung eingebaut wird.
Für den Neueinbau gilt, abhängig von der Wärmeplanung Ihrer Kommune, schrittweise die Vorgabe von 65 % erneuerbarer Energie. Eine Wärmepumpe erfüllt diese Vorgabe ohne weiteres Zutun. Wer jetzt noch eine reine Gas- oder Ölheizung einbaut, sollte einkalkulieren, dass je nach Zeitpunkt und Kommune später zusätzliche Anforderungen greifen können, etwa wachsende Anteile erneuerbarer Brennstoffe. Das kann eine heute günstige Entscheidung über die Laufzeit teurer machen.
Wir halten an dieser Stelle bewusst keine Paragrafen-Vorträge: Welche Regel wann für Ihr Haus gilt, hängt von Alter und Typ der Anlage, vom Zeitpunkt des Tauschs und von Ihrer Kommune ab. Genau das klären wir im Erstgespräch, sachlich und ohne Panikmache. Für die Kostenplanung reicht zunächst diese Faustregel: Wer auf erneuerbare Wärme wechselt, ist regulatorisch auf der sicheren Seite und bekommt die Förderung. Wer fossil nachkauft, spart heute beim Gerät und trägt dafür das Preis- und Regelrisiko der nächsten 15 bis 20 Jahre.
Reparieren oder tauschen: die Vorfrage vor allen Kosten
Oft beginnt die Kostenfrage gar nicht mit einem Systemvergleich, sondern mit einem Defekt. Lohnt die Reparatur noch? Als Daumenregel aus unserem Werkstattalltag: Bei Anlagen unter 15 Jahren ist die Reparatur meist sinnvoll. Ab etwa 20 Jahren kippt die Rechnung, denn Ersatzteile werden knapper, der Wirkungsgrad alter Kessel ist schlecht, und jede in die Altanlage investierte Reparatur fehlt beim Budget für die neue Heizung. Wer dann trotzdem repariert, kauft sich vor allem Zeit, und genau dafür kann eine Reparatur die richtige Entscheidung sein: ein, zwei Heizperioden Luft, um den Tausch geordnet zu planen statt unter Druck.
Unfair wird es nur, wenn ein Betrieb diese Abwägung nicht offenlegt. Fragen Sie bei jeder größeren Reparatur ruhig direkt: Was kostet die Reparatur, was kostet der Tausch, und ab wann zahle ich doppelt? Auf diese drei Fragen sollte jeder Heizungsbauer eine klare Antwort haben.
Kapitel 07
Entscheidungshilfe: Gas-Brennwert oder Wärmepumpe?
Am Ende läuft die Kostenfrage fast immer auf dieses Duell hinaus. So stehen sich die beiden Wege im Einfamilienhaus gegenüber:
| Kriterium | Gas-Brennwert | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Anschaffung vor Förderung | 8.000 bis 14.000 € | 25.000 bis 40.000 € |
| Staatlicher Zuschuss | keiner | bis zu 70 %, maximal 21.000 € |
| Eigenanteil nach Förderung | 8.000 bis 14.000 € | meist 10.000 bis 25.000 € |
| Betriebskosten | tendenziell steigend, der CO2-Preis verteuert jede Kilowattstunde Gas | tendenziell günstiger, abhängig von Strompreis und Gebäude |
| Zukunftssicherheit | je nach kommunaler Wärmeplanung können später zusätzliche Anforderungen greifen | erfüllt die Vorgabe von 65 % erneuerbarer Energie |
| Typischer Fall | Übergangslösung, etwa wenn in wenigen Jahren ohnehin saniert wird | langfristige Lösung im selbst genutzten Haus |
Richtwerte und Tendenzen für ein Einfamilienhaus, Stand Juni 2026. Die Zeile Eigenanteil setzt voraus, dass Grundförderung und mindestens ein Bonus greifen.
Als Checkliste formuliert:
Die Wärmepumpe ist meist die bessere Wahl, wenn
- Sie eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzen und damit den Klima-Bonus mitnehmen
- Ihr Haus zumindest teilweise gedämmt ist oder die Heizflächen ausreichend groß sind
- Sie langfristig im Haus bleiben und auf planbare Heizkosten Wert legen
- ein Aufstellplatz für die Außeneinheit vorhanden ist
Gas-Brennwert kann noch passen, wenn
- in wenigen Jahren ohnehin eine größere Sanierung ansteht und die Heizung nur überbrücken soll
- das Budget kurzfristig keinen höheren Eigenanteil zulässt, auch nach Förderrechnung
- das Gebäude aktuell sehr hohe Vorlauftemperaturen braucht und eine Anpassung der Heizflächen erst geplant ist
Unsere Praxis-Erfahrung aus den Vor-Ort-Terminen in Bonn und der Region: Nach dem Durchrechnen beider Wege landet die Mehrheit bei der Wärmepumpe, weil der geförderte Eigenanteil näher an der Gasheizung liegt als erwartet. Aber eben nicht alle, und genau dafür ist die Rechnung da. Wie der Tausch konkret abläuft, vom Termin bis zur Übergabe, steht auf unserer Seite zum Heizungstausch in Bonn.
Checkliste: diese Posten gehören in ein vollständiges Angebot
Egal ob Gas oder Wärmepumpe: Ein Angebot, das Sie unterschreiben, sollte jeden dieser Punkte einzeln ausweisen. Fehlt einer, fragen Sie nach, bevor Sie vergleichen.
Technik und Material
- Wärmeerzeuger mit genauer Typbezeichnung
- Speicher, Regelung und Sicherheitstechnik
- Abgasweg beziehungsweise Fundament und Anbindung der Außeneinheit
- Anpassungen an Rohrnetz, Pumpen und Ventilen
Leistungen drumherum
- Demontage und Entsorgung der Altanlage
- Hydraulischer Abgleich und Einregulierung
- Inbetriebnahme, Einweisung und Dokumentation
- Förderberechnung mit ausgewiesenem Eigenanteil
Tipp für den Angebotsvergleich
Vergleichen Sie nie nur Endsummen. Prüfen Sie, ob Demontage, Entsorgung, Abgasleitung, hydraulischer Abgleich und die Förderberechnung enthalten sind. Ein scheinbar günstiges Angebot ohne diese Posten wird auf der Baustelle teurer als ein vollständiger Festpreis.
Kapitel 08
Häufige Fragen zu den Kosten einer neuen Heizung
Was kostet eine neue Heizungsanlage im Einfamilienhaus?+
Als Richtwert für 2026: Eine Gas-Brennwertheizung kostet inklusive Einbau etwa 8.000 bis 14.000 €, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe etwa 25.000 bis 40.000 €, eine Pelletheizung ebenfalls etwa 25.000 bis 40.000 €. Bei der Wärmepumpe zieht die Förderung bis zu 21.000 € wieder ab, der Eigenanteil liegt dann meist bei 10.000 bis 25.000 €. Den genauen Preis für Ihr Haus klärt nur ein Vor-Ort-Termin.
Was kostet es, nur die alte Gastherme gegen eine neue zu tauschen?+
Der Tausch Gas gegen Gas ist der günstigste Weg: etwa 8.000 bis 14.000 € inklusive Gerät, Einbau, Abgasleitung und Entsorgung der Altanlage. Bedenken Sie aber: Für eine reine Gasheizung gibt es keine Förderung, und der CO2-Preis verteuert den Betrieb Jahr für Jahr. Ob sich das gegen eine geförderte Wärmepumpe rechnet, sollten Sie vor der Unterschrift durchrechnen lassen.
Was kostet eine neue Ölheizung?+
Ein moderner Öl-Brennwertkessel kostet inklusive Einbau etwa 9.000 bis 15.000 €. Dazu kommen oft Kosten für Tankprüfung oder Tanksanierung. Wichtig: Ob und in welcher Form eine neue Ölheizung in Ihrem Fall überhaupt noch eingebaut werden darf, hängt vom Heizungsgesetz und der Wärmeplanung Ihrer Kommune ab. Das prüfen wir vor dem Angebot, damit Sie nicht in eine Sackgasse investieren.
Wie viel Förderung gibt es beim Heizungstausch 2026?+
Beim Umstieg auf erneuerbare Wärme: 30 % Grundförderung, plus 20 % Klimageschwindigkeits-Bonus beim Austausch alter Öl-, Kohle- oder Gasheizungen, plus 30 % Einkommens-Bonus bis 40.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen, plus 5 % Effizienz-Bonus für besonders effiziente Wärmepumpen. Gedeckelt ist alles bei 70 % von maximal 30.000 € förderfähigen Kosten, also höchstens 21.000 € Zuschuss.
Bekomme ich Förderung für eine neue Gasheizung?+
Nein. Die Heizungsförderung gilt für den Umstieg auf erneuerbare Wärme, etwa die Wärmepumpe. Bei einer Hybridheizung ist nur der erneuerbare Teil förderfähig, der Gaskessel selbst nicht. Genau deshalb fällt der Preisvergleich Gas gegen Wärmepumpe nach Förderung oft anders aus, als die reinen Anschaffungspreise vermuten lassen.
Wie lange dauert ein Heizungstausch?+
Der reine Tausch dauert meist 1 bis 3 Tage, je nach Anlage und Zustand der Leitungen. Wir takten den Wechsel so, dass Heizung und warmes Wasser höchstens kurz pausieren. Die Vorlaufzeit davor bestimmen Angebot, Förderantrag und Liefersituation des Geräts.
Warum nennen Internetseiten so unterschiedliche Preise für die gleiche Heizung?+
Weil oft Äpfel mit Birnen verglichen werden: mal nur das Gerät, mal mit Einbau, mal mit oder ohne Demontage, Abgasleitung, Speicher und hydraulischen Abgleich. Achten Sie bei jedem Angebot darauf, was genau enthalten ist. Wir arbeiten deshalb mit einem Festpreis, in dem alle Posten einzeln aufgeschlüsselt sind.
Lohnt es sich, mit dem Heizungstausch noch zu warten?+
Auf bessere Konditionen zu spekulieren ist riskant: Die Förderkonditionen werden politisch angepasst und können sich in beide Richtungen bewegen, während eine 25 Jahre alte Anlage jeden Winter ausfallen kann. Wer wartet, sollte es geplant tun, also mit Angebot und Förderrechnung in der Schublade. Dann lässt sich der Tausch umsetzen, sobald es passt, statt im Notfall unter Zeitdruck zu entscheiden.
Welche laufenden Kosten kommen nach dem Tausch auf mich zu?+
Neben dem Brennstoff oder Strom vor allem die jährliche Wartung: je nach System als Richtwert grob 150 bis 350 € im Jahr. Bei Gas- und Ölheizungen kommt der Schornsteinfeger dazu, bei der Wärmepumpe entfällt dieser Posten weitgehend. Fossile Systeme tragen zusätzlich den CO2-Preis, der den Brennstoff über die Jahre verteuert. Diese Posten gehören in jeden ehrlichen Kostenvergleich über die Laufzeit.
Über den Autor
V.B. Heizung Bäder Klima GmbH
Meisterbetrieb für Heizung, Bad und Klima, seit 1998 in Bonn zu Hause, mit zweitem Standort in Troisdorf und 35 Mitarbeitern. Wir planen und bauen Heizungsanlagen für Privatkunden in Bonn, Rhein-Sieg & Region: vom Gas-Brennwert bis zur Wärmepumpe, mit Festpreis und Förderantrag inklusive. Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus unserer Angebotspraxis und sind als Richtwerte zu verstehen.
Fragen zum Beitrag? Mo bis Fr, 7 bis 18 Uhr unter 0228 929 705 14.
