Kapitel 01
Die kurze Antwort vorweg: für wen die Wärmepumpe mit Erdkollektoren passt
Eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren nutzt die ganzjährig stabile Wärme im Erdreich und arbeitet damit rund 20 bis 30 Prozent effizienter als eine Luft-Wasser-Anlage. Das spart über die Lebensdauer mehrere Tausend Euro Stromkosten, kostet in der Anschaffung aber 8.000 bis 16.000 Euro mehr und braucht ein Grundstück mit ausreichend freier Fläche. Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche rechnen Sie mit grob 225 bis 300 Quadratmetern Garten, die als Kollektorfeld frei bleiben müssen.
Wer baut oder einen Garten ohnehin neu anlegen lässt, sollte die Lösung ernsthaft prüfen. Wer in einem dicht bebauten Bestandsgrundstück sitzt oder den Garten gerade erst angelegt hat, fährt mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe meist besser. Welche Variante in Ihrem Fall passt, hängt von vier Punkten ab: Grundstück, Heizlast, Heizflächen und Budget. Genau die gehen wir in diesem Beitrag durch.
| Eckwert | Richtgröße 2026 |
|---|---|
| Gesamtkosten Einfamilienhaus | 32.000 bis 48.000 € |
| Eigenanteil nach Förderung | 12.000 bis 28.000 € |
| Grundstücksbedarf Flächenkollektor | ca. 1,5 bis 2 m² je m² Wohnfläche |
| Jahresarbeitszahl im Bestand | 4,0 bis 5,0 |
| Stromkosten pro Jahr (Beispielhaus) | 900 bis 1.400 € |
| Lebensdauer Kollektoren | 50 Jahre und mehr |
Richtwerte für ein typisches Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche, Stand Juni 2026. Keine Angebotspreise.
Warum wir nur Spannen nennen
Boden, Heizlast und Aufstellsituation entscheiden über mehrere Tausend Euro Unterschied. Alle Zahlen in diesem Beitrag sind Richtwerte. Den verbindlichen Preis gibt es nach dem Vor-Ort-Termin mit Bodenbewertung als Festpreis, mit allen Posten einzeln aufgeschlüsselt.
Kapitel 02
So funktioniert eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren
Das Prinzip ist simpel: Knapp unter der Frostgrenze, also ab 80 Zentimetern Tiefe, herrscht ganzjährig eine fast konstante Temperatur von 8 bis 12 Grad. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe holt sich diese Wärme über ein Netz aus Kunststoffrohren, das im Garten verlegt ist, und hebt sie auf das Niveau, mit dem Sie Ihr Haus heizen. Drei Bausteine spielen zusammen:
Der Solekreis im Boden
Im Erdreich liegen Schleifen aus Polyethylen-Rohren, gefüllt mit einem frostsicheren Wasser-Glykol-Gemisch, der sogenannten Sole. Die Sole zirkuliert kontinuierlich, nimmt die Erdwärme auf und transportiert sie ins Haus. Da das Material chemisch träge ist und im Boden weder UV-Strahlung noch Sauerstoff ausgesetzt ist, halten die Leitungen 50 Jahre und länger. Sie sind faktisch wartungsfrei.
Die Wärmepumpe im Haus
Die warme Sole fließt in den Verdampfer der Wärmepumpe und überträgt ihre Energie an ein Kältemittel. Ein Verdichter komprimiert dieses Kältemittel und hebt seine Temperatur auf 30 bis 55 Grad. Ein Wärmetauscher gibt die Wärme an Ihr Heizungswasser ab, der Kreis beginnt von vorn. Sie hören davon im Heizraum ein leises Surren, draußen passiert nichts Sichtbares.
Speicher und Verteilung
Ein Pufferspeicher entkoppelt die Wärmepumpe vom Heizsystem und überbrückt Lastspitzen. Ein zweiter Speicher hält das Warmwasser bereit. Über die Fußbodenheizung oder ausreichend dimensionierte Heizkörper verteilt sich die Wärme im Haus. Je niedriger die nötige Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Anlage. Wie Sie die Vorlauftemperatur selbst testen und schrittweise absenken, steht im Beitrag Heizen mit Wärmepumpe.
Der Effizienz-Vorteil in einer Zahl
Wärmepumpen werden über die Jahresarbeitszahl (JAZ) bewertet, also wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom werden. Luft-Wasser-Anlagen liegen im Bestand bei 3,0 bis 4,0, Sole-Wasser-Anlagen mit Erdkollektoren bei 4,0 bis 5,0. Ein Plus von eins bedeutet rund 25 Prozent weniger Stromverbrauch.
Kapitel 03
Flächenkollektor, Grabenkollektor, Erdwärmekorb: drei Wege ins Erdreich
Erdkollektoren ist ein Sammelbegriff. In der Praxis stehen drei oberflächennahe Bauformen zur Wahl, dazu kommt zum Vergleich die tiefere Erdsonde. Welche Variante passt, entscheiden Grundstück, Boden und das Budget für die Erdarbeiten.
| Bauform | Tiefe und Aufbau | Flächen- oder Platzbedarf | Eignung |
|---|---|---|---|
| Flächenkollektor | 60 bis 120 cm Tiefe, horizontal flächig verlegt | ca. 1,5 bis 2 m² Grundstück je m² Wohnfläche | günstigste Variante, einfacher Aushub |
| Grabenkollektor | 1,5 bis 2 m Tiefe, mehrere Schleifen pro Graben | weniger Fläche, dafür schmaler Streifen | gute Wahl bei länglichen Grundstücken |
| Erdwärmekorb | spiralförmig in Schächten, 3 bis 4 m Tiefe | ca. 5 bis 10 m² je Korb, mehrere Körbe nötig | platzsparend, etwas teurer pro Kilowatt |
| Erdsonde (zum Vergleich) | Tiefenbohrung 50 bis 150 m, kein Garten nötig | nur die Bohrstelle, ca. 2 bis 4 m² Aufstellfläche | höchste Effizienz, Bergrecht und Bohrkosten |
Übersicht der oberflächennahen Bauformen plus Erdsonde zum Vergleich. Welche Lösung optimal ist, ergibt sich aus Grundstücksgröße, Bodenart und Heizlast.
Der Flächenkollektor: der Klassiker im Garten
Der Flächenkollektor ist die häufigste und günstigste Bauform. PE-Rohre werden in 60 bis 120 Zentimeter Tiefe in mehreren parallelen Schleifen verlegt, jede Schleife etwa 100 Meter lang. Der Aushub erfolgt mit einem Mini-Bagger an einem Tag, danach kommt die Erde wieder über die Leitungen. Wichtig: Über dem Feld dürfen Rasen, Stauden und kleine Sträucher wachsen. Tiefwurzelnde Bäume, Pools, Terrassen oder Carports gehören nicht darüber, weil sie den Wärmenachschub aus Niederschlag und Sonne kappen würden.
Der Grabenkollektor: weniger Fläche, mehr Tiefe
Beim Grabenkollektor werden mehrere Schleifen in einem schmalen, 1,5 bis 2 Meter tiefen Graben übereinander verlegt. Das halbiert ungefähr den Flächenbedarf auf der Oberfläche, braucht aber mehr Aushubvolumen und damit mehr Zeit auf der Baustelle. Eine gute Wahl für längliche Grundstücke, bei denen ein schmaler Streifen frei bleibt, etwa entlang einer Hecke oder Grundstücksgrenze.
Der Erdwärmekorb: platzsparend in der Tiefe
Der Erdwärmekorb ist eine spiralförmig gewickelte Schleife, die in einen Schacht von 3 bis 4 Metern Tiefe abgesenkt wird. Ein einzelner Korb deckt 1 bis 1,5 Kilowatt Heizleistung ab, ein Einfamilienhaus braucht also typischerweise 6 bis 10 Körbe. Sie nehmen je etwa 5 bis 10 Quadratmeter Fläche ein und werden mit Mindestabstand verteilt. Erdwärmekörbe kosten pro Kilowatt etwas mehr als ein Flächenkollektor, sind aber die Lösung für schwierige Grundstücke, die keinen großen Aushub erlauben.
Die Erdsonde: zum Vergleich, weil oft verwechselt
Die Erdsonde ist keine Form des Erdkollektors, sondern die nächste Stufe: eine vertikale Bohrung 50 bis 150 Meter in die Tiefe, in die eine U-förmige Sonde abgesenkt wird. Sie liefert die höchste Effizienz, weil die Bodentemperatur in der Tiefe noch stabiler ist, braucht aber eine wasserrechtliche und meist bergrechtliche Genehmigung. Die Bohrkosten liegen bei 8.000 bis 15.000 Euro, dafür kommt die Anlage mit minimaler Aufstellfläche aus. Für kleine Grundstücke ohne Garten ist sie oft die einzige Erdwärme-Option.

Kapitel 04
Erdwärme Kollektoren Kosten 2026: was Sie ehrlich einplanen sollten
Die Frage nach den Erdwärme-Kollektoren-Kosten lässt sich nur ehrlich beantworten, wenn alle Posten auf dem Tisch liegen: Gerät, Erdarbeiten, Solekreis, Speicher, Hydraulik, Elektrik und Demontage der Altanlage. Wer nur den Gerätepreis aus dem Internet kennt, landet auf der Baustelle in Diskussionen über Nachträge. So sieht die vollständige Rechnung für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche aus:
| Kostenblock | Richtwert |
|---|---|
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Gerät) | 12.000 bis 18.000 € |
| Erdarbeiten und Verlegung Flächenkollektor | 6.000 bis 12.000 € |
| Solekreislauf, Verteiler, Anbindung ans Haus | 2.000 bis 4.000 € |
| Pufferspeicher und Warmwasserspeicher | 2.000 bis 5.000 € |
| Hydraulik, Elektrik, hydraulischer Abgleich | 3.000 bis 7.000 € |
| Demontage und Entsorgung Altanlage | 1.000 bis 2.500 € |
| Gesamt im Einfamilienhaus | 32.000 bis 48.000 € |
| Zuschuss (30 bis 70 % auf max. 30.000 €) | 9.000 bis 21.000 € |
Richtwerte Juni 2026 für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche und Flächenkollektor. Erdsonden-Lösungen liegen am oberen Rand der Spanne, Erdwärmekörbe in der Mitte.
Was die Erdarbeiten teuer oder günstig macht
Der Aushub für einen Flächenkollektor kostet 6.000 bis 12.000 Euro, hat aber drei Stellschrauben: Zugänglichkeit des Gartens (kommt ein Mini-Bagger durch?), Bodenklasse (Lehm und Sand sind günstig, viele Steine oder Fels treiben den Preis) und Aushubentsorgung (am besten bleibt der Aushub auf dem Grundstück). Wer Anbau, Pool oder Garage gleich mitplant, kann den Aushub teilen und spart spürbar.
Warum sich der Mehrpreis trotzdem rechnen kann
Im Vergleich zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zahlen Sie für die Sole-Wasser-Variante rund 8.000 bis 16.000 Euro mehr. Über 20 Jahre Lebensdauer holt die höhere Jahresarbeitszahl davon einen Teil zurück: 400 bis 700 Euro Stromersparnis pro Jahr, über die Laufzeit also 8.000 bis 14.000 Euro. Das ist eine punktgenaue Rechnung, die je nach Strompreis-Entwicklung und Bodenqualität in beide Richtungen kippen kann. Im Idealfall ist die Erdwärme-Lösung über die Lebensdauer gleich teuer wie die Luft-Wärmepumpe, dafür aber spürbar leiser, langlebiger und unabhängiger vom Außenklima.
Vorsicht bei Billig-Angeboten
Liegt ein Angebot deutlich unter den üblichen Spannen, fehlt fast immer ein Posten: Aushubentsorgung, Solefüllung oder der hydraulische Abgleich tauchen dann später als Nachtrag auf. Vergleichen Sie Angebote Posten für Posten und nicht nur an der Endsumme.
Kapitel 05
Grundstück, Boden, Genehmigungen: passt das bei Ihnen?
Bevor wir über Geräte reden, klären wir vier Punkte am Grundstück. Sie entscheiden, ob die Wärmepumpe mit Erdkollektoren überhaupt eine Option ist oder ob die Luft-Wasser-Anlage rechnerisch besser passt.
1. Fläche und Lage
Für einen Flächenkollektor brauchen Sie 1,5 bis 2 Quadratmeter Gartenfläche je Quadratmeter Wohnfläche, frei von Bäumen, Versiegelung und schwerem Verkehr. Die Fläche muss nicht am Stück liegen, mehrere Schleifen lassen sich kombinieren. Wichtig sind Mindestabstände zur Grundstücksgrenze (in der Regel 1 Meter), zu Bäumen und zu Trinkwasserleitungen.
2. Boden
Feuchter, schwerer Lehmboden ist ideal, weil er viel Wärme aus der Umgebung nachliefert. Trockener Sandboden funktioniert auch, braucht aber 20 bis 30 Prozent mehr Fläche. Fels in geringer Tiefe macht den Flächenkollektor wirtschaftlich uninteressant, hier kommt eher der Erdwärmekorb oder die Erdsonde in Frage. Eine Sondierung mit Bohrprobe schafft Klarheit, sie kostet ein paar hundert Euro und gehört in jede seriöse Planung.
3. Wasserschutz und Genehmigung
Oberflächennahe Erdkollektoren bis 1,5 Meter Tiefe sind in der Regel anzeigepflichtig bei der unteren Wasserbehörde, nicht genehmigungspflichtig. Liegt das Grundstück in einem Wasserschutzgebiet, wird genauer geprüft. Wir holen die Anzeige für Sie ein und legen den Lageplan vor. Für Erdsonden gilt zusätzlich das Bergrecht ab einer Bohrtiefe von 100 Metern, das übernimmt der spezialisierte Bohrbetrieb. Die rechtlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Wasserhaushaltsgesetz beim Bundesministerium der Justiz und im Gebäudeenergiegesetz (GEG).
4. Heizflächen im Haus
Die effizienteste Wärmequelle bringt nichts, wenn die Wärme im Haus über alte kleine Heizkörper bei 65 Grad Vorlauftemperatur verteilt werden müsste. Ihre Heizflächen sollten eine Vorlauftemperatur von höchstens 50 bis 55 Grad an kalten Tagen erlauben. Den Test machen Sie selbst, indem Sie an Ihrer bestehenden Heizung die Vorlauftemperatur schrittweise senken. Mehr zum Selbst-Check im Beitrag Ist mein Haus für eine Wärmepumpe geeignet?
Kapitel 06
Förderung 2026: bis zu 70 Prozent für Sole-Wasser-Wärmepumpen
Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdkollektoren oder Erdsonden gelten als erneuerbare Wärme und fallen damit unter die volle Bundesförderung für effiziente Gebäude. Der Zuschuss läuft beim selbst genutzten Eigenheim über das KfW-Programm 458. Die Bausteine, Stand Juni 2026:
| Förderbaustein | Satz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Umstieg auf erneuerbare Wärme, gilt auch für Sole-Wasser-Anlagen |
| Klimageschwindigkeits-Bonus | 20 % | beim Austausch alter Öl-, Kohle- oder Gasheizungen |
| Einkommens-Bonus | 30 % | bis 40.000 € zu versteuerndes Haushaltseinkommen |
| Effizienz-Bonus | 5 % | besonders effiziente Wärmepumpen, etwa mit natürlichem Kältemittel |
Die Boni sind kombinierbar, gedeckelt bei 70 % von maximal 30.000 € förderfähigen Kosten. Mehr als 21.000 € Zuschuss sind damit nicht möglich.
Der Effizienz-Bonus von 5 Prozent ist bei Sole-Wasser-Wärmepumpen besonders leicht zu holen, weil sie die geforderten Effizienz-Werte oft ohnehin erreichen. Damit ergeben sich in der Praxis Fördersätze von 50 bis 70 Prozent für die meisten Eigenheim-Projekte. Eine ausführliche Übersicht über alle Bausteine, Antragsfristen und Voraussetzungen finden Sie auf unserer Seite zur Wärmepumpe-Förderung 2026 oder direkt beim BAFA zur Bundesförderung für effiziente Gebäude und beim KfW-Programm 458.
Ihren konkreten Satz überschlagen Sie vorab mit unserem Förderrechner BEG, die Heizlast und damit den Gerätebedarf prüfen Sie mit dem Heizlastrechner. Beide Werte sind eine gute Verhandlungsbasis für das Angebot, ersetzen aber nicht die Bodenanalyse vor Ort.
Der Antrag gehört vor den Einbau
Die Förderung wird vor Beginn der Arbeiten beantragt, sonst verfällt der Anspruch. Wir takten Angebot, Bodensondierung, Antrag und Einbautermin als ein Paket und weisen den Zuschuss im Angebot als eigenen Posten aus.
Kapitel 07
Erdkollektor, Erdsonde oder Luft-Wasser: welche Variante passt?
Drei Wege führen 2026 zur Wärmepumpe im Einfamilienhaus, und sie unterscheiden sich nicht nur im Preis. So stehen sie sich gegenüber:
| Kriterium | Luft-Wasser | Sole-Wasser (Flächenkollektor) | Sole-Wasser (Erdsonde) |
|---|---|---|---|
| Investition vor Förderung | 25.000 bis 40.000 € | 32.000 bis 48.000 € | 40.000 bis 60.000 € |
| Förderung (BEG, bis zu 70 %) | 9.000 bis 21.000 € | 9.000 bis 21.000 € | 9.000 bis 21.000 € |
| Jahresarbeitszahl im Bestand | 3,0 bis 4,0 | 4,0 bis 5,0 | 4,5 bis 5,5 |
| Stromkosten p. a. (Beispielhaus) | 1.200 bis 1.800 € | 900 bis 1.400 € | 800 bis 1.200 € |
| Platz- und Grundstücksbedarf | 1 m² Aufstellfläche | ca. 1,5 bis 2 m² Garten je m² Wohnfläche | Bohrstelle, ca. 3 m² |
| Genehmigung | keine bauliche, nur Schall | Anzeige Wasserbehörde | Wasserrecht und Bergrecht |
| Geräusche | Lüfter hörbar (leise Geräte ok) | keine | keine |
Richtwerte für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche, Stand Juni 2026. Die Stromkosten beziehen sich auf einen typischen Wärmebedarf von 17.500 kWh pro Jahr und einen Strompreis von 28 ct/kWh.
Sole-Wasser mit Erdkollektoren passt, wenn
- Ihr Grundstück mindestens das 1,5-fache der Wohnfläche als freie Gartenfläche bietet
- der Garten ohnehin neu angelegt oder erweitert wird
- Sie eine Fußbodenheizung oder ausreichend große Heizkörper haben
- Sie 20 Jahre und länger im Haus bleiben wollen und auf hohe Effizienz Wert legen
- die Außeneinheit aus Schall- oder Optikgründen unerwünscht ist
Luft-Wasser passt eher, wenn
- das Grundstück klein, dicht bebaut oder bereits voll angelegt ist
- das Budget den Mehrpreis von 8.000 bis 16.000 € nicht hergibt
- die Außeneinheit gut positionierbar ist und der Schallabstand passt
- in absehbarer Zeit ein Umzug ansteht und die Amortisation nicht durchläuft
Unsere Praxis-Erfahrung aus den Vor-Ort-Terminen in Bonn und der Region: Bei Neubauten und größeren Sanierungen mit Garten-Umbau wählt rund die Hälfte unserer Kunden die Sole-Wasser-Variante, weil sie ohnehin Erde bewegt. Im Bestand mit fertig angelegtem Garten überwiegt die Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil der Aufwand für den nachträglichen Aushub die Mehreffizienz auffrisst.
Kapitel 08
Sieben typische Fehler bei der Planung
Eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren ist Technik mit langer Lebensdauer. Genau deshalb schmerzen Planungsfehler hier doppelt, denn sie sind kaum reversibel. Die häufigsten Stolperfallen aus unserer Werkstattpraxis:
- 01
Heizlast geschätzt statt berechnet
Wer nach Wohnfläche überschlägt, kauft fast immer zu groß. Eine zu starke Wärmepumpe taktet ständig und verschleißt schneller, eine zu kleine läuft im Heizstab. Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 kostet wenig und spart über die Lebensdauer Tausende.
- 02
Bodenanalyse ausgelassen
Trockener Sand entzieht der Wärmepumpe weniger Energie als feuchter Lehm. Wer die Kollektor-Fläche ohne Bodenkennwert plant, läuft Gefahr, im Winter zu vereisen oder die Effizienz dauerhaft zu drücken. Eine Sondierung gehört zur seriösen Planung.
- 03
Heizflächen vergessen
Die effizienteste Wärmepumpe nützt wenig, wenn alte kleine Heizkörper hohe Vorlauftemperaturen erzwingen. Vor dem Einbau gehört der Heizkörper-Check dazu, damit die Jahresarbeitszahl auch im Bestand bei 4,0 oder besser landet.
- 04
Förderantrag zu spät gestellt
Der Antrag bei KfW und BAFA gehört vor den Auftragsstart, sonst verfällt der Anspruch komplett. Wir takten Angebot, Antrag und Einbautermin als ein Paket, damit die Förderung sauber fließt.
- 05
Schleifen falsch dimensioniert
Zu lange Solekreise erzeugen hohe Druckverluste, zu kurze nutzen die Fläche nicht aus. Hier zahlt sich Erfahrung aus, denn jede Anlage hat ein optimales Verhältnis aus Schleifenlänge, Anzahl und Durchmesser.
- 06
Falsche Sole gewählt
Glykol-Wasser-Gemische gibt es in unterschiedlichen Konzentrationen. Wer hier am falschen Ende spart, riskiert Vereisung oder verkürzt die Lebensdauer der Anlage. Die Auswahl gehört in die Hand des Fachbetriebs.
- 07
Garten ohne Plan überbaut
Wer nach dem Einbau die Terrasse genau über die Kollektoren legt, kappt den Wärmenachschub aus Niederschlag und Sonne. Wir markieren das Feld auf einem Lageplan, damit auch in zehn Jahren niemand versehentlich versiegelt.
Eine unabhängige Einordnung zu Wärmepumpen-Technik, Effizienz und typischen Fallstricken liefert auch die Verbraucherzentrale zu Wärmepumpen. Wer beide Quellen liest, bekommt eine gute Mischung aus Handwerks- und Verbraucherperspektive.
Kapitel 09
Häufige Fragen zur Wärmepumpe mit Erdkollektoren
Wie viel Fläche braucht eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren?+
Als Faustregel rechnet man mit der 1,5- bis 2-fachen beheizten Wohnfläche, je nach Bodenart. Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche sind das grob 225 bis 300 Quadratmeter Grundstücksfläche, die als Flächenkollektor frei bleiben muss. Lehmiger, feuchter Boden braucht weniger Fläche als trockener Sandboden, weil er mehr Wärme aus der Umgebung nachliefert. Den exakten Wert liefert eine Heizlastberechnung in Kombination mit der Bodenanalyse.
Was kostet eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren komplett?+
Inklusive Erdarbeiten, Sole-Wasser-Wärmepumpe, Einbau und Umfeldmaßnahmen liegen die Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus 2026 meist zwischen 32.000 und 48.000 Euro. Davon entfallen 12.000 bis 18.000 Euro auf das Gerät und 8.000 bis 16.000 Euro auf die Erdarbeiten samt Verlegung der Kollektoren. Nach Abzug der Förderung von 30 bis 70 Prozent bleiben oft 12.000 bis 28.000 Euro Eigenanteil. Den verbindlichen Preis liefert ein Vor-Ort-Termin mit Bodenbewertung.
Braucht man für Erdkollektoren eine Genehmigung?+
Für oberflächennahe Erdkollektoren bis etwa 1,5 Meter Tiefe genügt in der Regel eine Anzeige bei der unteren Wasserbehörde. Anders als bei einer Erdsonde mit Bohrung fällt keine bergrechtliche Genehmigung an. Liegt das Grundstück in einem Wasserschutzgebiet, kann die Behörde Auflagen machen oder das Vorhaben ablehnen. Wir klären das mit der zuständigen Stelle vor der Planung, damit Sie nicht in eine Sackgasse investieren.
Welche Jahresarbeitszahl erreicht eine Erdwärme-Wärmepumpe?+
Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdkollektoren erreichen in der Praxis Jahresarbeitszahlen von 4,0 bis 5,0. Damit sind sie etwa 20 bis 30 Prozent effizienter als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil die Erdtemperatur ganzjährig stabil bei 8 bis 12 Grad liegt, während Außenluft im Winter auf null fällt. Das senkt den Stromverbrauch und die laufenden Heizkosten spürbar, vor allem an kalten Tagen.
Wie lange halten Erdkollektoren?+
Die Solekreislauf-Leitungen aus Polyethylen halten 50 Jahre oder länger im Boden, sofern sie sauber verlegt und mit Sole gefüllt sind. Die Wärmepumpe selbst hält wie ein Gaskessel 15 bis 25 Jahre. Wer einmal Erdkollektoren verlegt hat, nutzt sie also über mehrere Gerätegenerationen. Das macht die hohe Erstinvestition über die Laufzeit deutlich verdaulicher als auf den ersten Blick.
Kann man Erdkollektoren auch nachträglich verlegen?+
Ja, technisch geht das. In der Praxis ist es aber meist nur sinnvoll, wenn ohnehin eine Gartenneugestaltung ansteht. Der Aufwand für den Aushub eines komplett bestehenden Gartens schlägt sonst voll auf die Kosten durch und macht die Sole-Wasser-Lösung gegenüber einer Luft-Wasser-Wärmepumpe oft unwirtschaftlich. Bei Neubauten oder Anbauten ist die Verlegung dagegen ein logischer und günstiger Schritt.
Wird der Garten danach noch nutzbar sein?+
Ja, mit Einschränkungen. Über dem Kollektorfeld können Sie Rasen, Stauden und kleine Sträucher pflanzen. Tiefwurzelnde Bäume und versiegelte Flächen wie Terrasse, Pool oder Carport gehören nicht über die Kollektoren, weil sie den Wärmenachschub aus Niederschlag und Sonne unterbinden. Wir planen die Lage der Schleifen deshalb gemeinsam mit Ihnen anhand der späteren Gartennutzung.
Lohnt sich Erdwärme im Altbau?+
Im Altbau lohnen Erdkollektoren nur, wenn die Voraussetzungen passen: ausreichend Grundstücksfläche, ein Garten, der ohnehin neu angelegt wird, und Heizflächen, die niedrige Vorlauftemperaturen erlauben. Sind die Heizkörper zu klein, fallen Sie unter die Jahresarbeitszahl, ab der sich die Mehrkosten gegen die Luft-Wasser-Wärmepumpe rechnen. Wir prüfen das im Eignungs-Check ehrlich vor jedem Angebot.
Über den Autor
V.B. Heizung Bäder Klima GmbH
Meisterbetrieb für Heizung, Bad und Klima, seit 1998 in Bonn zu Hause, mit zweitem Standort in Troisdorf und 35 Mitarbeitern. Wir planen und bauen Wärmepumpen in Bonn, Rhein-Sieg & Region, von der Luft-Wasser-Anlage bis zur Sole-Wasser-Pumpe mit Erdkollektoren oder Erdsonde. Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus unserer Angebotspraxis und sind als Richtwerte zu verstehen.
Fragen zum Beitrag? Mo bis Fr, 7 bis 18 Uhr unter 0228 929 705 14.
